1. Entwickeln Sie einen Ausblick für die nächsten fünf Jahre für Ihre Kanzlei und setzen Sie entsprechende Ziele, um die so entwickelte Vision zu erreichen. Es reicht nicht aus, lediglich das einzelne Jahr im Voraus zu planen. Nötig ist in der Regel eine größere Vision.

2. Bei dem nächsten Treffen der Partnerversammlung sollten Sie mit den Partnern sprechen, die die jeweiligen Practice Groups leiten. Lassen Sie sich zwei Ziele nennen, die die Partner mit Ihrer Practice Group innerhalb der nächsten neun Monate erreichen möchten. Am Jahresende sollten Sie sich einen entsprechenden Bericht über die erreichten Ziele, Fortschritte und eventuelle Probleme geben lassen, die die Partner erlebt haben. Warum sollen es nur zwei Ziele sein? Die Erfahrung zeigt, dass nur zwei Ziele dazu dienen, die Arbeitskraft zu priorisieren. Und so wird oft mehr erreicht, wenn zu viele Ziele gleichzeitig in der Kanzlei verfolgt werden.

3. Stellen Sie zusammen, wer Ihre wichtigsten Mandanten sind ermitteln Sie, wie der Bedarf dieser Mandanten in diesem Jahr aussehen wird.

4. Konzentrieren Sie sich darauf, welche Mandanten am profitabelsten sind und nicht auf die, die den meisten Umsatz bringen. Sie sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wer ihre wichtigsten Gewinntreiber sind.

5. Nutzen Sie die Daten, die in Ihrer Kanzleisoftware oder in Ihren Zeit- und Abrechnungssystemen ohnehin schon vorhanden sind und analysieren Sie mit den zahlreichen verfügbaren Datenanalyse-Tools, welche Tätigkeiten viel Zeit in Anspruch nehmen, aber wenig Gewinn abwerfen. Verwenden Sie diese Daten, um auf wohl informierter Grundlage wettbewerbsfähige Stundensätze für neue Mandate verlangen zu können.

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6. Überprüfen Sie Ihre Personalstruktur. Derzeit setzt ein gewisser Preisdruck auf Seiten der Anwaltskanzleien ein. Überkapazitäten bei den Mitarbeitern können daher eine echte Bedrohung für Ihre Kanzlei darstellen. Anwaltskanzleien müssen bereit sein, auch flexiblere Personallösungen zu finden und durch den besseren Einsatz von Technologie und Automatisierungslösungen Mitarbeiter zu entlasten. Technische Lösungen können schnell auf steigende oder sinkende Nachfrage skaliert werden – Mitarbeiter einzustellen oder zu entlassen ist nicht so leicht.

7. Überprüfung Sie die Nachfrage in den Kernrechtsbereichen Ihrer Kanzlei. Sie sollten einen Plan erstellen, um Probleme im Bereich Personal, Wachstum oder Technologie zu beheben und die Kapazität besser an die Nachfrage anzupassen.
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Anwaltskanzlei als Unternehmen geführt wird. Diverse Kanzleien nehmen zu viel Rücksicht auf die Befindlichkeiten bestimmter Partner (die oft den meisten Umsatz bringen) und stellen diese sogar über die Bedürfnisse der Mandanten. Kanzleien, die wirklich erfolgreich sind, orientieren sich aber an der Zufriedenheit ihrer Mandanten und nicht an den Bedürfnissen der Partner.

8. Eine der Hauptursachen für unternehmerisches Versagen ist das Außerachtlassen von Marktsignalen. Für Anwaltskanzleien im Jahr 2018 geht es bei den wichtigsten Signalen darum, was Mandanten wollen, was traditionelle Wettbewerber tun und welche neuen Wettbewerber um Marktanteile streiten. Gerade der Bereich LegalTech ist derzeit besonders aktiv. Kanzleien sollten daher ihre Digitalisierungsstrategie überdenken, denn Unternehmen, wie z.B. geblitzt.de oder flightright.de streiten mit Anwaltskanzleien aktiv um Marktanteile. Auch wenn die Bereiche dieser Unternehmen bislang noch überschaubar sind – viele dieser Startups werden expandieren und den Kanzleien nach und nach weitere Marktanteile abnehmen. Anwaltskanzleien müssen daher Wege finden, das Bewusstsein systematisch für Themen zu sensibilisieren, die den Markt verändern.

9. Geben Sie Anwälten oder Leitern der Praxisgruppe die Möglichkeit, ihren Bereich ohne Einmischung zu führen. Denken Sie an erfolgreiche Unternehmen – dort sind Führungskräfte Bestandteil eines echten Teams und alle arbeiten gemeinsam an dem Erfolg des Unternehmens.

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